Lohnt sich Bausparen heute noch?

Die Zinsen steigen wieder, die Baukosten ebenfalls – kein Wunder, dass der Bausparvertrag ein Comeback im Interesse vieler Bauwilliger feiert. Einst gehörte das Bausparen zur Standardausstattung deutscher Sparer, doch die lange Niedrigzinsphase machte es unattraktiv. Bausparen bedeutet im Kern eine Wette auf zukünftige Bauzinsen: Man spart heute zu niedrigen Zinsen in der Hoffnung, sich für morgen einen günstigeren Darlehenszins zu sichern. Angesichts der Unsicherheit fragen sich Paare, Familien, junge Erwachsene und langfristig planende Bauherren – in Großstädten wie Berlin, Leipzig oder Potsdam genauso wie in Regionen von Anhalt-Bitterfeld bis Nordsachsen„Lohnt sich Bausparen heute noch?“. In diesem Ratgeber werfen wir einen realistischen Blick auf die Vorteile und Nachteile eines Bausparvertrags, erklären verständlich das Prinzip „erst sparen, dann bauen“ und geben dir Entscheidungshilfen. Du erfährst, für wen Bausparen sinnvoll ist, für wen eher nicht, und welche Alternativen es gibt. Abschließend zeigen wir auf, warum die HIS Hausbau GmbH dein kompetenter Ansprechpartner rund um Hausbau und Baufinanzierung in der Region (u.a. in Dessau-Roßlau, Wittenberg oder Potsdam-Mittelmark) sein kann.

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein spezieller Spar- und Darlehensvertrag, der das Ziel hat, Wohneigentum zu finanzieren. Das Prinzip lautet „erst sparen, dann bauen“: Zunächst legst du in der Sparphase regelmäßig Geld auf einem Bausparkonto an. Später, in der Darlehensphase, kannst du ein günstiges Baudarlehen von der Bausparkasse erhalten. Die Summe, über die der Vertrag läuft – die sogenannte Bausparsumme – wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Du bestimmst, wie viel Geld dir am Ende aus Sparguthaben plus Bauspardarlehen insgesamt zur Verfügung steht.

Beispiel: Du vereinbarst eine Bausparsumme von 20.000 €. Üblich ist, dass man etwa 40-50 % der Summe anspart. Angenommen, du zahlst monatlich 100 € ein. Nach etwa 8-10 Jahren regelmäßigen Sparens hast du rund 8.000-10.000 € Guthaben plus minimale Guthabenzinsen angespart. Ist das erforderliche Mindestguthaben erreicht und bestimmte Fristen sind erfüllt, wird der Vertrag zuteilungsreif. Das heißt, die Bausparkasse “teilt” dir nun das Recht zu, ein Bauspardarlehen über die restliche Summe aufzunehmen – in diesem Beispiel also etwa 10.000-12.000 €. Wichtig: Der Zinssatz für dieses Darlehen steht von Anfang an fest, z.B. 2,5 % effektiv, und ändert sich nicht mehr. So weißt du schon bei Vertragsabschluss, zu welchem Zinssatz du später finanzieren kannst.

Die genauen Bedingungen (Mindestguthaben, Sparzeit, Zinssätze etc.) stehen in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) deines Tarifs. Während der Sparphase erhältst du heutzutage allerdings kaum Zinsen auf dein Guthaben – oft nur 0,01-0,1 % pro Jahr. Gleichzeitig wird meist eine Abschlussgebühr fällig (etwa 1-1,6 % der Bausparsumme). Diese Gebühr zahlst du zu Beginn, z.B. 300 € bei 20.000 € Bausparsumme. Zudem erheben manche Bausparkassen jährliche Kontogebühren (oft um 12-24 €) – bei reinen Sparverträgen sind solche laufenden Gebühren inzwischen gerichtlich untersagt, aber in geförderten Verträgen (z.B. Riester-Bausparen) können sie noch vorkommen.

Erst wenn dein Vertrag zuteilungsreif ist, kannst du über die gesamte Bausparsumme verfügen: Dein angespartes Guthaben plus das Bauspardarlehen. Du entscheidest dann, ob du das Darlehen wirklich abrufen willst oder nicht. Falls ja, beginnt die Darlehensphase, und du zahlst das Darlehen in monatlichen Raten zurück. Die Tilgungsrate und Laufzeit sind ebenfalls schon zu Beginn festgelegt. Oft müssen Bauspardarlehen relativ zügig zurückgezahlt werden (z.B. in 7 bis 15 Jahren), wodurch die monatliche Rate höher ist als bei einem normalen Bankdarlehen mit langer Laufzeit. Ein Vorteil: Du darfst das Bauspardarlehen jederzeit ganz oder teilweise sondertilgen, also vorzeitig zurückzahlen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das bietet Flexibilität bei unerwartet schneller Rückzahlung – anders als viele Bankdarlehen, die bei vorzeitiger Ablöse eine Gebühr verlangen.

Zusammengefasst funktioniert ein Bausparvertrag so: Du sparst erst diszipliniert einen Teil der Summe an, um später ein zweckgebundenes günstiges Darlehen fürs Bauen, Kaufen oder Renovieren zu erhalten. Dieses zweckgebundene Darlehen darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Maßnahmen genutzt werden (Hausbau, Hauskauf, Renovierung/Sanierung) – also nicht für beliebige Konsumzwecke. Damit ist Bausparen eine planbare, aber recht spezifische Form der Immobilienfinanzierung.

Vorteile eines Bausparvertrags

Ein Bausparvertrag bietet einige handfeste Vorteile, gerade für künftige Bauherren und Immobilienkäufer:

  • Günstiger Darlehenszins & Zinssicherheit: Der vielleicht größte Vorteil ist der zinsgünstige Bausparkredit, den man nach der Sparphase erhalten kann. Du sicherst dir schon heute einen festen Zinssatz für ein späteres Darlehen – unabhängig davon, wie hoch die Bauzinsen in einigen Jahren stehen. In Zeiten steigender Zinsen ist das Gold wert. Aktuell bieten Bausparkassen zum Teil Darlehenszinsen um 1,9-2,5 %, während normale Baukredite der Banken bei 3-4 % liegen. Dieses Zinsversprechen über die gesamte Darlehenslaufzeit verschafft Planungssicherheit bis zur letzten Rate. Gerade wer von weiter steigenden Bauzinsen ausgeht, profitiert davon, heute niedrige Konditionen “einzufrieren”.
  • Staatliche Förderung nutzen: Bausparverträge können mit staatlichen Prämien gefördert werden. Zwei wichtige Förderungen sind die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage. Damit belohnt der Staat regelmäßiges Bausparen mit Zuschüssen (Details dazu im nächsten Abschnitt). Durch diese Fördergelder verbessert sich die Rendite deines Sparvertrags etwas – Du bekommst quasi Geld geschenkt vom Staat. Vor allem junge Leute und Normalverdiener profitieren hiervon, was das Bausparen für sie attraktiver macht. In manchen Fällen gibt es zusätzlich Modelle wie Wohn-Riester, die ebenfalls Zulagen und Steuervorteile bieten können, wenn man das Bauspardarlehen später für selbstgenutztes Wohneigentum einsetzt.
  • Disziplinierter Vermögensaufbau (Eigenkapitalbildung): Ein Bausparvertrag zwingt zum regelmäßigen Sparen. Monat für Monat zahlst du einen festen Betrag ein. So baut man über die Jahre automatisch Eigenkapital auf, das für den Hausbau oder -kauf genutzt werden kann. Viele schaffen es ohne festen Sparplan nicht, ausreichend Geld zur Seite zu legen – der Bausparvertrag hilft hier mit Struktur und Zielvorgabe. Am Ende der Sparphase hast du ein garantiertes Sparguthaben zusammengespart, das z.B. als Eigenkapital beim Hausbau eingesetzt werden kann (und von Banken als solches anerkannt wird). Mehr Eigenkapital bedeutet meist bessere Konditionen bei der restlichen Baufinanzierung.
  • Kleine Darlehenssummen gut abdeckbar: Bausparverträge lohnen sich besonders, wenn man kleinere Finanzierungssummen (unter ~50.000 €) benötigt. Beispiel: Für eine neue Heizung oder eine Renovierung über 20.000 € vergeben Banken oft nur teure Ratenkredite mit höheren Zinsen, da klassische Immobilienkredite meist erst ab 50.000 € günstig angeboten werden. Ein Bauspardarlehen dagegen kann auch für 20.000 € oder 30.000 € genutzt werden, mit den gleichen niedrigen Zinssätzen wie für größere Summen. Die Kredithöhe spielt keine Rolle, solange es für wohnwirtschaftliche Zwecke ist. Damit ermöglicht Bausparen auch Modernisierungen und Umbauten zu planbaren Konditionen.
  • Schnelle Entschuldung und flexible Tilgung: Bauspardarlehen werden meist in relativ kurzer Zeit zurückgeführt. Das bedeutet, du bist schneller schuldenfrei und zahlst unterm Strich weniger Zinsen über die gesamte Laufzeit. Außerdem kannst du jederzeit Sondertilgungen leisten oder das Darlehen vorzeitig komplett zurückzahlen, ohne Strafgebühren. Diese Flexibilität kann ein Vorteil sein, falls du z.B. eine Erbschaft erwartest oder Boni einsetzen willst, um den Kredit schneller loszuwerden.

 

Kosten & Möglichkeiten checken

 

Zusätzlich sei erwähnt: Bausparen ist planbar und stabil, es gibt kein Auf und Ab wie an der Börse. Für sicherheitsbewusste Sparer, die keine Schwankungen möchten, ist das beruhigend. Dank der festen Konditionen weiß man genau, woran man ist – ein Vorteil für alle, die langfristig finanzielle Stabilität schätzen.

Nachteile & Kritikpunkte

Neben den Vorteilen sollten auch die Nachteile eines Bausparvertrags ehrlich beleuchtet werden. Denn Bausparen ist längst nicht für jeden die beste Wahl:

Niedrige Guthabenzinsen – Sparphase oft ein Verlustgeschäft: In der Sparphase erhält man auf das Bausparguthaben heutzutage kaum Zinsen. Typische Guthabenzinsen liegen nahe bei 0 % (oft 0,01-0,1 % p.a.). Beispiel: 0,1 % Zins bringt in 8,5 Jahren auf 5.000 € Guthaben gerade einmal rund 22 € Zinsen ein! Gleichzeitig hast du vielleicht 100 € Abschlussgebühr bezahlt – Du machst also Verlust mit dem Sparen. Die Verbraucherzentrale kommt zu dem Schluss: Unter Rendite-Gesichtspunkten lohnt die Sparphase eines Bausparvertrags derzeit überhaupt nicht. Ohne staatliche Prämien wäre „unterm Strich mehr da, wenn du das Geld unters Kopfkissen legst“, heißt es überspitzt. Das bedeutet: Wer nur sparen will, fährt mit Tagesgeld, Festgeld oder ETF-Sparplänen viel besser. Ein Bausparvertrag als reiner Sparvertrag „lohnt sich heute in der Regel nicht mehr“.

Abschlussgebühr und laufende Kosten: Bausparen ist mit Gebühren belastet. Schon bei Abschluss werden 1 bis 1,6 % der Bausparsumme als Gebühr abgezogen – bei 50.000 € Vertrag also z.B. 500-800 € weniger Guthaben zum Start. Einige Tarife verlangen darüber hinaus jährliche Kontoführungsgebühren (bis ~20 €). Diese Kosten schmälern die Rendite erheblich. Zinsboni für lange Laufzeit (falls vorgesehen) heben das kaum auf. Unterm Strich frisst die Gebühr einen großen Teil der mageren Sparzinsen auf.

Eingeschränkte Flexibilität: Das Geld im Bausparvertrag ist zweckgebunden und über Jahre gebunden. Kommst du früher als geplant an dein Geld heran? Nur wenn du den Vertrag kündigst oder teuer aufstockst. Brauchst du das Geld später als gedacht? Dann hast du womöglich unnötig weiter eingezahlt und dein Darlehensanspruch schrumpft entsprechend. Du bist also nicht flexibel, wann du über dein Erspartes verfügen kannst – das Auszahlungsdatum kann sich auch verschieben, z.B. wenn sehr viele Bausparer gleichzeitig ihr Darlehen abrufen wollen. Die Bausparkasse nennt dir zwar eine voraussichtliche Zuteilungszeit, aber garantieren kann sie den Zeitpunkt nicht. In Phasen steigender Zinsen kann es passieren, dass du deutlich länger warten musst, bis du an dein Darlehen kommst, weil die Bausparkasse das Geld erst aufbringen muss. Diese Unwägbarkeit ist ein Nachteil gegenüber frei verfügbarem Spargeld.

Bedingter Vorteil: lohnt nur, wenn Darlehen genutzt wird: Ein Bausparvertrag rentiert sich meistens nur dann wirklich, wenn du das zinsgünstige Darlehen am Ende auch tatsächlich in Anspruch nimmst. Zahlst du jahrelang ein und nutzt dann kein Bauspardarlehen, war das Ganze aus finanzieller Sicht meist ein Minusgeschäft – Du hättest mit einem normalen Sparkonto oder Fondsparen mehr angespart. Auch wenn du keine staatliche Förderung erhältst (weil dein Einkommen zu hoch ist oder du keinen Anspruch haben), fällt die Bilanz häufig negativ aus. Die günstigen Darlehenszinsen erkauft man sich nämlich durch vorherigen Zinsverzicht in der Sparphase. Experten haben berechnet: Rechnet man diesen “verlorenen Zins” als Kosten mit ein, ist der effektive Zinsvorteil dahin. In vielen Fällen wäre man mit einem normalen Bankdarlehen plus separatem Ansparplan besser gefahren.

Strenge Zweckbindung und Begrenzungen: Das Bauspardarlehen darf nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Das heißt, falls sich deine Pläne ändern und du doch kein Wohneigentum erwirbst oder renovieren willst, kannst du das Darlehen nicht einfach für etwas anderes nutzen (Auto, Weltreise etc.). Dann bliebe nur, den Vertrag ruhen zu lassen oder zu kündigen – oft mit Verlust der Zuschüsse und eventuell Strafzinsen. Zudem reicht ein einzelner Bausparvertrag selten, um eine ganze Immobilie zu finanzieren. Will man z.B. 300.000 € Baukosten decken, bräuchte man mehrere Verträge oder muss den Rest anderweitig finanzieren. Komplett ein Haus nur mit Bausparverträgen zu kaufen ist unrealistisch, „wegen der zu hohen Rate unrealistisch, eine Immobilie nur mit Bausparverträgen zu kaufen“, so die Verbraucherzentrale. Bausparverträge eignen sich eher als Baustein der Finanzierung, nicht als alleinige Lösung.

Unsicherheit bei langen Laufzeiten: Ein Bausparvertrag läuft oft 7-15 Jahre, bevor man das Darlehen bekommt. In der Zeit können sich deine Lebensumstände ändern. Vielleicht entscheidest du dich doch gegen den Hauskauf – dann hast du viel Zeit in einen schlecht verzinsten Vertrag investiert. Oder die Zinsen entwickeln sich anders als gedacht: Bleiben sie niedrig oder sinken sogar, hättest du den Kredit später auch günstig bekommen, ohne jahrelang teurer gespart zu haben. Steigen sie hingegen stark, ist der Bausparvorteil da – aber es gibt keine Garantie wann du zuteilen kannst. Auch das Verhalten der Bausparkassen spielt eine Rolle: In der Vergangenheit haben einige Bausparkassen Altverträge gekündigt, die für sie ungünstig wurden (z.B. sehr hoch verzinste Alt-Guthaben). Sollten die Zinsen in Zukunft stark steigen, könnten Anbieter versuchen, lange bestehende Verträge mit extrem niedrigen Darlehenszinsen aus ihren Büchern zu bekommen. Zwar sind Kündigungen nur unter bestimmten Bedingungen zulässig, aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass Verträge nicht völlig unangreifbar sind.

Unterm Strich lautet die Kritik: Ein Bausparvertrag ist teuer und unflexibel, wenn man ihn nicht für den vorgesehenen Zweck nutzt. Er lohnt sich nur in spezifischen Szenarien (dazu gleich mehr) und ist kein allgemein empfehlenswerter Sparplan zur Geldvermehrung. Behalte diese Punkte im Hinterkopf, bevor du einen Vertrag abschließt.

Staatliche Förderungen: Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage

Der Staat unterstützt Bausparer mit Förderprämien, um den Erwerb von Wohneigentum attraktiver zu machen. Die wichtigsten staatlichen Förderungen sind:

Wohnungsbauprämie (WoP): Dabei handelt es sich um einen jährlichen Zuschuss von 10 % auf deine Einzahlungen in einen Bausparvertrag. Allerdings wird maximal ein Sparbeitrag von 700 € pro Jahr (für Alleinstehende) gefördert, bei Ehepaaren bis 1.400 €. Das heißt, Singles können maximal 70 € Wohnungsbauprämie pro Jahr erhalten, Ehepaare bis zu 140 €. Voraussetzungen: Du musst mindestens 16 Jahre alt sein und dein zu versteuerndes Jahreseinkommen darf 35.000 € nicht überschreiten (bei Ehepaaren 70.000 €). Die Prämie soll zweckgebunden fürs Wohnen eingesetzt werden – d.h. das Bausparguthaben muss später für den Wohnungsbau, Hauskauf oder für Renovierungen verwendet werden. Ausnahme: Junge Bausparer unter 25 Jahren dürfen nach 7 Jahren frei über das Geld verfügen, ohne den Zuschuss zu verlieren (das soll junge Leute zum Bausparen motivieren). Wichtig zu wissen: Die Prämien werden nicht sofort ausgezahlt, sondern meist dem Bausparkonto gutgeschrieben und erst am Ende (bei Zuteilung oder nach sieben Jahren) verfügbar gemacht. Insgesamt sind 70 € pro Jahr kein Riesenbetrag – „von der Wohnungsbauprämie wird der Erwerb eines Eigenheims sicher nicht abhängen“, so die Verbraucherzentrale trocken. Aber als netter Bonus hilft sie, die niedrigen Bausparzinsen etwas aufzubessern.

Arbeitnehmersparzulage (VL-Zulage): Wenn du vermögenswirksame Leistungen (VL) von deinem Arbeitgeber bekommst (meist 6-40 € monatlich), kannst du diese z.B. in einen Bausparvertrag einzahlen. Verdienst du unter einer bestimmten Einkommensgrenze, schenkt der Staat dir zusätzlich 9 % auf diese Einzahlungen. Gefördert werden bis zu 470 € VL-Beiträge pro Jahr (Ledige) bzw. 940 € (verheiratete Arbeitnehmer gemeinsam). Daraus ergibt sich eine maximale Zulage von 43 € jährlich für Einzelpersonen, oder 86 € für ein verheiratetes Paar. Wichtige Neuerung seit 2024: Die Einkommensgrenzen wurden deutlich angehoben, sodass viel mehr Menschen diese Zulage nutzen können. Seit 1.1.2024 gilt die Prämie bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 € (Singles) bzw. 80.000 € (Ehepaare) – vorher lag die Grenze bei 17.900 € / 35.800 €. Mit diesem Schritt sollen auch Normalverdiener in den Genuss der Förderung kommen. Voraussetzung ist natürlich, dass dein Arbeitgeber VL anbietet und du diese in den Bausparvertrag fließen lässt. Die VL-Zulage wird – wie die Wohnungsbauprämie – in der Regel erst nach 7 Jahren ausgezahlt (bzw. bei vorzeitiger Zuteilung des Vertrags direkt mit ausgezahlt). Insgesamt kannst du durch die Arbeitnehmersparzulage in Kombination mit VL jedes Jahr einen kleinen Bonus mitnehmen. Zwar sind 43 € im Jahr nicht weltbewegend, aber über 7 Jahre kommen so z.B. rund 300 € Extra-Ertrag zusammen. Zudem: Für VL-Sparer gibt es kaum Alternativen – entweder Bausparvertrag (9 % Zulage) oder einen Fondssparplan (20 % Zulage, max. 80 € jährlich). Letzterer bringt mehr Zulage, ist aber risikobehaftet. Wer also sicherheitsorientiert ist und VL erhält, hat mit dem Bausparvertrag eine einfache geförderte Sparform.

Hinweis: Beide Prämien müssen beantragt werden – meist schickt die Bausparkasse jährlich die Formulare, oder man erledigt es über die Steuererklärung. Doppel-Förderung derselben Beträge ist ausgeschlossen (man kann dieselbe Einzahlung nicht für Wohnungsbauprämie und VL-Zulage anrechnen lassen). Nutze also idealerweise beide Förderungen, indem du z.B. eigene Einzahlungen für die Wohnungsbauprämie leisten und VL vom Arbeitgeber für die Sparzulage verwendest.

Durch diese staatlichen Zuschüsse kann ein Bausparvertrag attraktiver werden, insbesondere wenn man knapp kalkulieren muss. Allerdings sollten die Prämien nie alleiniger Grund für einen Vertragsabschluss sein. Sie sind nette Boni, aber am Ende des Jahres machen 70 € Wohnungsbauprämie nicht den Unterschied, ob man sich ein Haus leisten kann oder nicht. Sehe es als Mitnahmeeffekt, falls ein Bausparvertrag ohnehin zu deinen Plänen passt.

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Bausparvertrag als Eigenkapital beim Hausbau

Wer ein Haus bauen oder kaufen möchte, benötigt in der Regel Eigenkapital – also eigenes angespartes Geld – damit die Bank einen Baukredit zu guten Konditionen vergibt. Üblich sind mindestens 10-20 % vom Kaufpreis als Eigenkapital, besser mehr. Ein Bausparvertrag kann hierbei helfen, Eigenkapital für den Hausbau aufzubauen.

Während der Ansparphase entsteht auf deinem Bausparkonto ein Guthaben, das dir gehört. Dieses angesparte Bausparguthaben wird von Banken im Rahmen der Baufinanzierung als Eigenkapital anerkannt. Wenn du also z.B. 20.000 € über Bausparen angespart hast, kannst du diesen Betrag bei der Finanzierung deines Hauses einbringen – er senkt die Darlehenssumme, die du von der Bank benötigst. Je mehr Eigenkapital du hast, desto günstiger die Baufinanzierungszinsen und desto höher die Chance, überhaupt ein Darlehen zu bekommen. Banken belohnen einen niedrigeren Beleihungsauslauf (d.h. wenn sie nur z.B. 80 % des Kaufpreises finanzieren müssen statt 100 %) mit besseren Konditionen.

Wichtig zu verstehen: Nur das Guthaben aus dem Bausparvertrag zählt als Eigenkapital, nicht das Bauspardarlehen selbst. Das Darlehen ist ja ein Kredit, den du zurückzahlen musst, also Fremdkapital. Dennoch kann ein zuteilungsreifer Bausparvertrag die Finanzierung erleichtern: Du kannst einen Teil des Finanzierungsbedarfs durch das Bauspardarlehen decken und brauchst von der Bank entsprechend weniger. In der Praxis läuft es oft so, dass man z.B. 50.000 € Eigenkapital (inkl. Bausparguthaben) einbringt, 30.000 € als Bausparkredit nimmt und den Rest z.B. 200.000 € als Bankdarlehen. Die Bank sieht, dass ein Teil der Summe bereits über den Bausparvertrag gesichert ist – das kann das Risiko mindern. Allerdings bleibt das Bauspardarlehen eine zweite Verbindlichkeit, die parallel zurückgezahlt werden muss.

Für die Eigenkapitalbildung ist der Bausparvertrag vor allem deshalb nützlich, weil er Menschen zum regelmäßigen Sparen anhält. Gerade junge Familien oder Paare, die in einigen Jahren bauen wollen, können so zielgerichtet Kapital ansammeln. Das angesparte Geld ist zweckgebunden und wird nicht so leicht für anderes ausgegeben. Beim Kreditantrag wertet die Bank deinen Bausparvertrag (falls schon lange bespart) durchaus positiv: Er zeigt Ihre Sparleistung und den Willen, Wohneigentum zu schaffen. Außerdem kann – je nach vertraglichem Stand – der Bausparvertrag eventuell abgetreten werden als Sicherheit.

Zusätzlich dient Bausparguthaben auch als Reserve für zusätzliche Kosten. Wenn du bereits ein Bauspardarlehen laufen hast und weitere Modernisierungen anstehen, kannst du eventuell auf weiteres angespartes Guthaben oder einen neuen Vertrag zurückgreifen, statt teure Konsumentenkredite aufzunehmen.

Kurz gesagt: Bausparen eignet sich, um systematisch Eigenkapital für den Hausbau aufzubauen und beim Finanzierungsstart eine bessere Ausgangslage zu haben. In Regionen mit hohen Immobilienpreisen (z.B. Berlin oder Potsdam) ist eine solide Eigenkapitalquote besonders wichtig. Aber auch im Umland (Potsdam-Mittelmark, Wittenberg, Nordsachsen etc.) gilt: Eigenmittel senken deine monatliche Belastung und die Zinskosten. Hier kann ein Bausparvertrag ein Baustein der Finanzierung sein – neben Eigenkapital aus klassischen Sparformen oder z.B. Geld aus einer Lebensversicherung.

Für wen ist Bausparen sinnvoll?

Ob sich Bausparen heute noch lohnt, hängt stark von der individuellen Situation ab. Grundsätzlich kann ein Bausparvertrag sinnvoll für dich sein, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

  • Du planst konkret, in einigen Jahren Wohneigentum zu erwerben. Wer sicher weiß, dass er in 5-10 Jahren ein Haus kaufen oder bauen möchte, gehört zur Kernzielgruppe des Bausparens. Durch rechtzeitigen Vertragsabschluss schaffst du finanziell Vorsorge für dieses Projekt. Beispielsweise junge Paare oder Familien, die heute noch zur Miete wohnen, aber perspektivisch ein Eigenheim in Leipzig, Dessau oder anderswo anstreben, können so Schritt für Schritt vorsorgen.
  • Dir ist Zinssicherheit wichtig und du rechnest mit steigenden Zinsen. Erwartest du, dass Bauzinsen in Zukunft tendenziell steigen, kannst du mit Bausparen auf Nummer sicher gehen. Der feste Darlehenszins schützt dich davor, in einigen Jahren von hohen Kreditzinsen überrascht zu werden. Menschen, die kein Risiko eingehen möchten und Planungssicherheit lieben, fühlen sich mit einem garantierten Zinssatz wohler. Besonders bei langen Horizonten (Immobilienkauf in 8-15 Jahren) weiß niemand, wo die Zinsen stehen – ein Bausparvertrag gibt dir dann einen Fixpunkt.
  • Du kannst staatliche Förderungen mitnehmen. Verdienst du unter den erwähnten Einkommensgrenzen und/oder erhältst du VL vom Arbeitgeber, dann profitierst du von den Zuschüssen. In diesem Fall verbessert sich die Bilanz des Bausparens deutlich, denn Wohnungsbauprämie und VL-Zulage sind praktisch eine jährliche Rendite obendrauf. Für Auszubildende, Berufseinsteiger oder Normalverdiener ohne großes Gehalt, die z.B. in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg wohnen, kann das ein Anreiz sein. Auch Familien mit mittlerem Einkommen, die vielleicht zusätzlich Riester-Zulagen nutzen könnten, finden im Bausparvertrag ein gefördertes Produkt.
  • Du möchtest eine kleinere Immobilie modernisieren oder ein spezifisches Projekt finanzieren. Planst du in einigen Jahren eine Sanierung, Renovierung oder einen Anbau (z.B. neues Dach, neue Heizung) mit überschaubaren Kosten (<50.000 €), dann ist ein Bausparvertrag oft ideal. Du sparst gezielt auf diesen Zweck hin und kannst dann zum gewünschten Zeitpunkt ein Darlehen abrufen, ohne von der Bank abhängig zu sein. So sichern sich z.B. Eigentümer eines Hauses in Wittenberg oder Dessau schon heute ein günstiges Darlehen für die energetische Sanierung in 5 Jahren.
  • Du schätzt Sicherheit mehr als maximale Rendite. Wenn du konservativ anlegen möchtest und kein Vertrauen in Aktien & Co. hast, ist Bausparen eine sehr sichere Sparform. Dein Guthaben unterliegt keinem Auf und Ab der Märkte, und auch die Bausparkasse selbst ist durch einen Sicherungsfonds geschützt (ähnlich Einlagensicherung). Für jemanden, der kein Risiko eingehen will und klare Ziele hat (Eigenheim), ist Bausparen ein kalkulierbarer Weg.
  • Du hast Schwierigkeiten, diszipliniert zu sparen. Manche Menschen brauchen einen Vertrag, der sie praktisch zum Sparen verpflichtet. Der Bausparvertrag kann hier ein guter „Spartrainer“ sein: Kündigen ist unattraktiv wegen der Verluste, also bleibt man dabei. So schafft man es, über die Jahre ein ordentliches Guthaben anzusammeln – quasi als erzwungenes Sparbuch für den Hauskauf.
  • Du nutzt bereits ein Bauspar-Kombimodell (Vorfinanzierung). In manchen Fällen werden Bausparverträge in eine Finanzierung sofort eingebaut (Stichwort Konstantdarlehen oder Vorausdarlehen). Wenn du z.B. jetzt bauen willst, aber noch keinen Vertrag bespart hast, kann dir eine Bank ein Vorausdarlehen plus Bausparvertrag anbieten. Das lohnt sich vor allem, wenn du extrem lange Zinssicherheit (20+ Jahre) wünschst. Hier ist Bausparen Teil einer Gesamtfinanzierungsstrategie. Falls du so ein Modell erwägst, ist der Bausparvertrag natürlich sinnvoll - aber lass dich unabhängig beraten, ob der Gesamteffektivzins wirklich besser ist als bei einem normalen Bankdarlehen.

Mit uns ins Gespräch kommen

Zusammengefasst: Bausparen lohnt sich weiterhin, „nach wie vor gilt: Wer früher anfängt zu sparen, kommt schneller in die eigenen vier Wände“, so wirbt es zumindest eine Bausparkasse. Dieser Satz stimmt aber nur, wenn du tatsächlich die eigenen vier Wände willst und den Vertrag strategisch dafür einsetzt. Für alle, die sich in den obigen Punkten wiederfinden, kann ein Bausparvertrag ein sinnvolles Puzzleteil auf dem Weg zum Immobilienglück sein.

Für wen eher nicht?

Genauso wichtig ist die Frage: Wer sollte lieber nicht bausparen? Es gibt viele Lebenslagen, in denen ein Bausparvertrag nicht die optimale Wahl ist:

Unentschlossene und Ungeplante: Wenn du noch gar nicht sicher bist, ob du überhaupt eine Immobilie kaufen oder bauen möchtest, ist Bausparen meist keine gute Idee. Du bindest Geld über Jahre in einen Vertrag, der nur für Wohneigentum wirklich Vorteile bringt. Wer vielleicht doch lieber flexibel bleibt – etwa später zur Miete in verschiedenen Städten wohnen möchte – der fährt besser mit frei verfügbaren Sparformen. Für Unentschlossene gilt: lieber nicht vorschnell einen Bausparvertrag unterschreiben.

Kurzfristige Bauherren: Du willst sofort oder in den nächsten 1-2 Jahren ein Haus kaufen? Dann kommt Bausparen zu spät – die Sparphase dauert zu lange, als dass es für ein baldiges Vorhaben hilft. In diesem Fall brauchst du eher eine direkte Baufinanzierung von der Bank als einen mehrjährigen Sparvertrag. Bausparen lohnt nur, wenn genügend Zeit bis zum Immobilienerwerb bleibt (idealerweise >5 Jahre), damit Spar- und Zuteilungsphase durchlaufen werden können. Wer sofort finanzieren muss, sollte sich auf klassische Darlehen konzentrieren.

Ertragsorientierte Sparer: Du möchtest dein Geld bestmöglich vermehren und bist offen für andere Anlageformen? Dann ist ein Bausparvertrag zu unflexibel und renditeschwach. Für den Vermögensaufbau ohne festen Immobilienwunsch gibt es bessere Alternativen - von Aktienfonds/ETFs über Immobilienfonds bis zu gut verzinsten Tages- und Festgeldern. Selbst sichere Anlagen bringen heute mehr Zinsen als Bausparen (z.B. Tagesgeld oft >1 %, während Bausparguthaben ~0 % bietet). Die Kosten belasten die Rendite zusätzlich. Ohne konkretes Bauziel ist Bausparen als Sparform „in der Regel nicht mehr attraktiv“. Junge Leute, die einfach Geld ansparen wollen, sind mit einem ETF-Sparplan bei langen Horizonten meist besser beraten – es sei denn, sie schätzen absolut keine Schwankungen.

Besserverdiener ohne Förderanspruch: Verdienst du über 35.000 € (Single) bzw. 70.000 € (Paar) zu versteuernd im Jahr, fallen die staatlichen Prämien weg. Dann hat ein Bausparvertrag keine Zuschüsse als Bonus. In so einem Fall zahlst du alle Gebühren und erhältst nur Mini-Zinsen, ohne Ausgleich durch Förderung – finanziell meist ein Verlustgeschäft. Besserverdiener fahren oft besser, eigenständig zu sparen und bei Bedarf später ein Bankdarlehen aufzunehmen. Ausnahme: Wenn du unbedingt Zinsen für die Zukunft sichern willst und bereit bist, dafür Kosten in Kauf zu nehmen – doch auch dann sollte man durchrechnen, ob nicht andere Instrumente (z.B. Forward-Darlehen) günstiger wären.

Leute mit hohem Finanzierungsbedarf: Wenn klar ist, dass du einmal eine große Summe finanzieren musst (z.B. >100.000 €), ist ein Bausparvertrag allein meist zu wenig. Du wirst ohnehin ein Bankdarlehen benötigen. Zwar kann man mehrere Bausparverträge abschließen, aber die Komplexität und Gebühren würden steigen. Oft sind für größere Bauvorhaben reine Bankdarlehen effizienter. Ein Bausparvertrag lohnt hier höchstens als Ergänzung oder für einen Teilbetrag – etwa um einen bestimmten Anteil Zinssicherheit längerfristig abzudecken. Aber wer z.B. 300.000 € finanzieren muss, sollte primär die Konditionen klassischer Baufinanzierungen vergleichen, statt auf das komplizierte Bauspar-Konstrukt zu setzen.

Ältere Sparer mit kurzer Ansparzeit: Bausparen entfaltet seinen Nutzen vor allem über längere Zeiträume. Wer bereits älter ist und vielleicht in <5 Jahren ins Eigenheim will, schafft es kaum, noch nennenswert Guthaben anzusparen, bevor die Immobilie kommt. Außerdem vergeben Bausparkassen Darlehen oft nur bis zu einer gewissen Altersgrenze bzw. prüfen die Rückzahlfähigkeit strikt (ähnlich Banken). Ältere Semester sollten eher vorhandenes Vermögen direkt einsetzen oder passende Kredite nutzen, statt neu mit Bausparen zu starten.

Kurzum: Bausparen ist nichts für jeden. Wer flexibel bleiben will, wer schnell kaufen möchte oder wer schlicht bessere Rendite sucht, lässt besser die Finger davon. Die Entscheidung hängt stark von deinen Zukunftsplänen ab: Nur wer wirklich mit Wohneigentum liebäugelt und Zeit zum Ansparen hat, sollte einen Bausparvertrag in Erwägung ziehen. Sonst bindet man Kapital ineffizient und ärgert sich später über verpasste Chancen.

Alternativen zum Bausparvertrag

Es gibt mehrere Alternativen, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen oder für die Zukunft vorzusorgen – auch ohne klassischen Bausparvertrag. Hier einige Optionen, die je nach Situation sinnvoll sein können:

Klassische Baufinanzierung mit Eigenkapital: Anstatt erst über Jahre einen Bausparvertrag anzusparen, kannst du Geld auf normalem Wege sparen (Tagesgeld, Festgeld, ETF-Sparplan etc.) und dann, wenn du bereit für den Immobilienkauf bist, direkt ein Annuitätendarlehen bei der Bank aufnehmen. Viele Banken bieten heute Baukredite mit langen Zinsbindungen (15, 20, ja bis 30 Jahre fest). Wenn dein Eigenkapitalanteil ausreichend ist (idealerweise 20-30 % des Kaufpreises), erhältst du gute Zinsen. Diese Variante hat den Vorteil, dass du bis dahin flexibel bleibst – Dein Geld bleibt liquide und erreichbar. In den letzten Jahren waren Bauzinsen historisch niedrig; selbst jetzt mit ~3-4 % sind sie moderat. Wer also in 1-3 Jahren kaufen will, kann auch direkt finanzieren, statt erst zu bausparen.

Forward-Darlehen (Zins sichern ohne Bausparen): Wenn du bereits eine Immobilie besitzt oder genau weißt, wann du eine Finanzierung brauchst, können Forward-Darlehen eine Alternative sein. Damit sicherst du dir heute einen Zinssatz für ein Darlehen, das erst in z.B. 2, 3 oder 5 Jahren beginnt. Forward-Kredite kosten einen Zinsaufschlag, aber ermöglichen Zinssicherheit ähnlich dem Bausparprinzip – nur ohne die Sparphase. Für Anschlussfinanzierungen (wenn die erste Zinsbindung abläuft) kann das interessant sein. Hierbei schließt du quasi frühzeitig einen Vertrag mit der Bank über den späteren Kredit. So eine Strategie macht vor allem Sinn, wenn Zinssteigerungen erwartet werden, du aber keinen Bausparvertrag mehr rechtzeitig besparen kannst.

Freies Sparen mit Tagesgeld/Festgeld: Statt im Bausparvertrag mit 0% zu sparen, parkst du dein Geld auf gut verzinsten Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Aktuell (Stand 2025/2026) gibt es wieder Zinsen von 2-3 % p.a. auf sichere Anlagen – deutlich mehr, als Bausparkassen aufs Guthaben zahlen. Sie können dein Erspartes also effektiver mehren. Wenn der Zeitpunkt zum Immobilienerwerb kommt, nutzt du dieses Guthaben als Eigenkapital und nimmst für den Rest ein Bankdarlehen auf. Diese Alternative bietet Flexibilität: Kommt etwas dazwischen, ist dein Geld nicht in einem Vertrag gefangen. Beachten sollte man allerdings: Ohne Bausparvertrag fehlt die Zinssicherheit für ein Darlehen – man begibt sich auf das Spiel, dass die Zinsen in Zukunft hoffentlich nicht explodieren. Wer allerdings glaubt, die Zinsen bleiben einigermaßen stabil oder sinken sogar, der braucht den teuren Bausparzins nicht.

ETF- oder Fondssparplan (für Risikobereite): Wenn dein Zeithorizont lang genug ist (>10 Jahre) und du bereit bist, etwas Risiko zu tragen, kannst du auch in einen ETF-Sparplan investieren. Dabei zahlst du monatlich einen Betrag in einen breiten Aktienfonds (z.B. einen World-Index-ETF) und baust so Vermögen auf. Historisch waren die Renditen solcher Anlagen deutlich höher als Sparzinsen oder Prämien. In 10-15 Jahren kannst du so womöglich mehr Eigenkapital ansammeln als mit dem sicheren, aber schwachen Bausparguthaben. Natürlich gibt es keine Garantie – die Börse schwankt. Als mittelweg gibt es auch defensivere Fonds oder Mischfonds. Diese Alternative eignet sich für finanziell Versierte, die das Schwankungsrisiko handeln können. Wichtig: Das angesparte Fondsvermögen kann später genauso als Eigenkapital eingesetzt werden (Du verkaufst die Anteile vor dem Immobilienkauf). Allerdings sollte man Marktphasen beachten, um nicht gerade im Tief verkaufen zu müssen.

Wohn-Riester (Riester-Bausparen oder Riester-Darlehen): Für förderberechtigte Personen (insbesondere Angestellte, die in die Rentenversicherung einzahlen) gibt es die Option, Riester-Förderung fürs Eigenheim zu nutzen. Das nennt sich umgangssprachlich Wohn-Riester. Hierbei können entweder spezielle Riester-Bausparverträge oder Riester-Bankdarlehen abgeschlossen werden. Die staatlichen Zulagen (Grundzulage, Kinderzulage) und Steuervorteile der Riester-Rente fließen dann in die Finanzierung deines selbstgenutzten Wohneigentums. Wohn-Riester ist komplex und nicht für jeden geeignet, kann aber in manchen Fällen tausende Euro an Zuschüssen über die Jahre bringen. Diese Variante lohnt sich vor allem, wenn man ohnehin langfristig in der eigenen Immobilie wohnen will und die Riester-Förderung mitnehmen möchte. Sie ersetzt keinen Bausparvertrag direkt, sondern ist eher ein Sonderfall davon (Riester-Bausparer) bzw. eine Ergänzung.

KfW-Förderkredite und Programme: Eine weitere Alternative/Ergänzung sind öffentliche Förderdarlehen, etwa von der KfW Bankengruppe oder Landesförderbanken. Für bestimmte Vorhaben (energieeffizientes Bauen, Familien mit Kindern, etc.) gibt es zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse. Zwar ersetzen diese kein Bausparen, aber sie können einen Teil der Finanzierung günstiger machen. Wer heute plant, kann sich über aktuelle Förderprogramme informieren und diese in die Zukunftsplanung einbeziehen. Beispiel: Wenn du in 5 Jahren bauen willst, achtest du auf mögliche Programme für klimafreundliches Bauen, die du dann abrufen kannst.

Bauspar-Light: Kleiner Vertrag nur für Förderung: Manche entscheiden sich, nur wegen der staatlichen Prämien einen kleinen Bausparvertrag abzuschließen – quasi als Sparbuch mit Bonus. Zum Beispiel eine Bausparsumme von 10.000 €, monatlich 50 € einzahlen, um Wohnungsbauprämie und VL-Zulage abzugreifen. Mehr als 10.000-20.000 € sollte man hier nicht nehmen, damit der Vertrag in überschaubarer Zeit (7-10 Jahre) zuteilungsreif wird und Gebühren gering bleiben. So ein Mini-Bausparvertrag kann sich rechnen, selbst wenn man das Darlehen später nicht nutzt – allein die Prämien können die Kosten ausgleichen. Den Rest des Sparbetrags könnte man flexibel anderswo anlegen. Diese Strategie ist etwas aufwendig, aber denkbar für clevere Sparer, die keine Förderung liegenlassen wollen.

Wie man sieht, führen viele Wege nach Rom bzw. ins Eigenheim. Bausparen ist nur einer davon. Alternativen reichen vom klassischen Bankdarlehen bis zum Börsensparen. Oft ist eine Kombination sinnvoll: etwa ein Teil Bausparen für Zinssicherheit auf einen Teilbetrag, dazu freies Sparen für Flexibilität. Lass dir im Zweifel von einer unabhängigen Stelle (Verbraucherzentrale oder Finanzierungsberater) verschiedene Szenarien durchrechnen, um zu sehen, was für dich am günstigsten und passendsten ist.

Fazit: Zusammenfassung und Empfehlung

Lohnt sich Bausparen heute noch? – Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Ein Bausparvertrag kann 2025/2026 durchaus noch sinnvoll sein, wenn du ihn gezielt einsetzt und die Rahmenbedingungen passen. Die Vorteile liegen vor allem in der Zinssicherheit und den staatlichen Prämien, die für bestimmte Zielgruppen attraktiv sind. Wer frühzeitig weiß, dass er ein Eigenheim will, kann mit Bausparen planvoll Eigenkapital ansammeln und sich günstige Kreditzinsen für morgen sichern. Gerade in Zeiten unsicherer Zinsentwicklung schätzen viele diese Planungssicherheit.

Die Nachteile darf man jedoch nicht ignorieren: Hohe Gebühren, mickrige Sparzinsen und eingeschränkte Flexibilität machen Bausparverträge in vielen Fällen zu einer suboptimalen Geldanlage. Ohne spätere Darlehensnutzung oder ohne Förderung rechnet sich das Konstrukt kaum. Man sollte also nicht blind einen Bausparvertrag abschließen, nur weil es früher “alle gemacht haben”. Die Zeiten haben sich geändert, und es gibt heute oft attraktivere Wege, Geld anzulegen.

Empfehlung: Prüfe zunächst deine Ziele und deine finanzielle Lage. Stelle dir Fragen wie: Will ich in absehbarer Zeit (5-10 Jahren) eine Immobilie erwerben? Habe ich Anspruch auf Wohnungsbauprämie oder VL-Zulage? Wie schätze ich die Zinsentwicklung ein? Bin ich bereit, zugunsten von Darlehenszinsen auf Sparrendite zu verzichten? Wenn du hier mehrere Male nickst, dann könnte ein Bausparvertrag für dich passend sein – als Teil deiner Baufinanzierungsstrategie. Achte aber auf die Tarifdetails: Wähle eine moderate Bausparsumme, vergleiche Angebote verschiedener Bausparkassen und vermeide unnötig hohe Kosten. Ein Bausparvertrag lohnt sich meist nur langfristig und bei Nutzung des Darlehens. Sei also wirklich committed zu deinem Plan “Eigene vier Wände”.

Andererseits, wenn du diese Fragen eher mit Nein beantwortest - z.B. weil du flexibel bleiben willst, hohe Rendite anstrebst oder noch gar nicht weißt, ob du bauen möchtest – dann lass lieber die Finger vom Bausparen. In diesem Fall sind moderne Alternativen vermutlich rentabler. Lege dein Geld flexibel an und beobachte den Markt. Du kannst immer noch einen Bausparvertrag später starten, sollten sich die Bedingungen ändern – oder einfach direkt finanzieren, wenn es soweit ist.

Am Ende gilt: Jeder Sparer und Bauherr ist anders. One size fits all gibt es nicht. Bausparen ist heute eine Nischenlösung, die für bestimmte Fälle hervorragend passt, in anderen Fällen aber überflüssig ist. Nutze diesen Ratgeber als Entscheidungshilfe, aber hole dir bei Bedarf individuelle Beratung.

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